IEA: Der Wert des Handels mit erneuerbarer Energie wird sich im nächsten Jahrzehnt verdreifachen, die Versorgung muss „resilient“ sein

IEA: Renewable power trade value will ‘triple’ in next decade, supply must be ‘resilient’
Basierend auf den aktuellen Politiken werden Chinas Exporte im Bereich sauberer Energien bis 2035 340 Milliarden US-Dollar übersteigen, so die IEA.

Der globale Markt für Technologien sauberer Energie wird bis 2035 mehr als 2 Billionen US-Dollar erreichen und damit annähernd das heutige Niveau des globalen Rohölmarktes erreichen. Gleichzeitig werden die globalen Lieferketten laut der Internationalen Energieagentur (IEA) umfangreicher sein als je zuvor.

Zahlen aus dem Bericht „Energy Technology Perspectives 2024“ (ETP-24) der IEA zeigen, dass sich der globale Markt für Solar-PV, Windkraft, Batteriespeichersysteme (BESS), Elektrofahrzeuge, Elektrolyseure und Wärmepumpen in den nächsten zehn Jahren fast verdreifachen wird.

Dies wird sich auch im Jahr 2035 fortsetzen, so der ETP-24-Bericht. Basierend auf den aktuellen Politiken werden Chinas Exporte im Bereich sauberer Energien bis 2035 340 Milliarden US-Dollar übersteigen, was ungefähr den Ölexporterlösen Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate für 2024 entspricht. Dieses Wachstum in vergleichsweise kurzer Zeit – im Vergleich zu den Ölmärkten – verdeutlicht das „Tempo“ des Wachstums, das die IEA für die globale saubere Energiebranche erwartet.

Bedenken beim Versand

Der internationale Handel mit erneuerbaren Energietechnologien wie Solarmodulen und Batterien ist laut IEA deutlich effizienter als der Versand fossiler Brennstoffe.

„Eine einzige Fahrt eines großen Containerschiffs, beladen mit Solarmodulen, kann die Menge an Strom erzeugen, die aus dem Erdgas an Bord von mehr als 50 großen Flüssigerdgas-(LNG)-Tankern oder aus der Kohle an Bord von 100 großen Schiffen gewonnen würde“, heißt es im Bericht.

Dies liegt hauptsächlich daran, dass Solarmodule installiert werden und dann über Jahre hinweg zuverlässige Energie liefern, anstatt wie Öl oder Gas verbraucht zu werden.

Heute passieren etwa die Hälfte aller maritimen Handelsströme mit Technologien sauberer Energie die Straße von Malakka, die den Indischen und den Pazifischen Ozean verbindet. Der Bericht stellt fest, dass dies eine „deutlich“ höhere Konzentration ist als die etwa 20 % der maritimen Fossilbrennstofftransporte, die die Straße von Hormus zwischen dem Golf von Oman und dem Persischen Golf passieren.

Der IEA-Bericht sagt: „Die Abhängigkeit von maritimen Engpässen birgt Risiken für die Resilienz der Lieferketten, die es zu beobachten gilt, insbesondere da die durchschnittliche Fracht für saubere Technologien pro Tonne mehr als das Zehnfache des Werts der durchschnittlichen Fossilbrennstofffracht beträgt.

PV Tech hat zuvor über die potenziellen Auswirkungen von Angriffen der Houthi aus dem Jemen auf Schiffe im Roten Meer auf die internationale Solarversorgung berichtet.

„Spannungen und Abwägungen“

Da der globale Handel für Energiemärkte, die zunehmend auf Technologien sauberer Energie setzen, immer wichtiger wird, könnten eine zentralisierte Versorgung in China und eine Überabhängigkeit von wenigen Schifffahrtsrouten Versorgungs- und Sicherheitsprobleme verursachen. Der Exekutivdirektor der IEA, Fatih Birol, sagte, dass saubere Energiemärkte und -politiken „Spannungen und Abwägungen“ zwischen bezahlbarer und zeitnaher Umsetzung sowie sicheren Lieferketten unterliegen.

Als Reaktion auf Unsicherheiten in den Lieferketten und die Marktdominanz chinesischer Unternehmen haben Länder wie Indien und die USA Handelsbarrieren und Zölle eingeführt, um Investitionen in die heimische Produktion zu fördern.

Indiens Grundzoll (BCD) und die genehmigte Liste von Modellen und Herstellern (ALMM) haben Steuern auf Solarimporte erhoben und die Lieferanten eingeschränkt, die Zugang zu einem Großteil des Marktes haben. In den Jahren 2022-23 erlebte Indien einen erheblichen Mangel an Modulen, da die Anreize für die heimische Produktion nicht stark genug waren, um die Beschränkungen für die eingehende Versorgung auszugleichen. Im Jahr 2023 musste die Regierung die ALMM aussetzen, um das Land näher an seine Ziele für den Solarausbau zu bringen.

Die USA führen derzeit eine zweite Runde von Antidumping- und Ausgleichszolluntersuchungen (AD/CVD) durch, die darauf abzielen, Zölle auf Solarzellen und -module aus Südostasien zu verhängen, offenbar um die heimische US-Produktion gegen „unfaire“ Konkurrenz zu schützen.

Beide Länder haben kürzlich bedeutende Produktionsausweitungen erlebt, insbesondere im Bereich Solar-PV, doch die Meinungen darüber, ob diese durch Handelsschutzmaßnahmen oder die robusten Anreize beider Regierungen getrieben wurden, gehen auseinander.

Der US-Präsident Donald Trump hat Pläne geäußert, Zölle zu erhöhen, um Einkommenssteuern zu ersetzen, als Teil seiner weitgehend protektionistischen Politik. Er sagte zuvor: „Zoll ist ein schönes Wort.“

Birol sagte: „Auch wenn Länder die Chance haben, die Vorteile der sauberen Energiewende für ihre Bürger zu nutzen, zeigt ETP-2024 den Bedarf an globaler Perspektive und Zusammenarbeit bei der Verfolgung von Industrie- und Handelsstrategien, die weitverbreiteten Wohlstand sichern und dazu beitragen können, internationale Energie- und Klimaziele erreichbar zu halten.“


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